E-Learning – die Bedeutung des Kursdesigns

#E-Learning Trends
06.03.2020

Wenn Sie Präsenztraining in einen E-Learning-Kurs umwandeln wollen, gibt es ein Schlagwort, mit dem Sie sich näher beschäftigen sollten: Instructional Design. Unter Instruktionsdesign versteht man den Prozess der Umwandlung von Inhalten in Lerninhalte in Zusammenhang mit einem Design, das auf die Anwender abgestimmt ist.4,5

Was ist Instructional Design?

Der Zweck des Instructional Designs ist es, Kursteilnehmern neues Wissen auf eine Art zugänglich zu machen, die auch seine Anwendung erleichtert. Instruktionsdesign umfasst als Design von Lehrsystemen die Erstellung von Lernerfahrungen und die effektive Gestaltung von Lehrplänen. Diese Kunst, ansprechende Lernerfahrungen zu schaffen, basiert zu einem großen Teil auf der Wissenschaft, wie das menschliche Gehirn funktioniert.8,9

Welche Komponenten umfasst Instruktionsdesign?

Instruktionsdesign oder ID beinhaltet fünf grundlegende Komponenten: die Analyse, das Design, die Entwicklung, die Implementierung und die Auswertung. Der Analyse liegt die Erfassung der Bedürfnisse der Lernenden zugrunde, die zudem die Gründe für die jeweilige Schulungsmaßnahme beinhaltet. Während dieser Analyse stecken Sie auch die Ziele des Trainings ab. Auf diese Phase folgen die Entscheidung für ein Design sowie die Entwicklung der erforderlichen Lehrmaterialien. Dafür müssen Sie unter anderem wissen, wie Erwachsene lernen. Während der Implementierung wird der Kurs installiert und etabliert. Im Zuge der Auswertung bewerten Sie messbare Ergebnisse nach ihrer Effizienz. Dafür stehen unterschiedliche Bewertungsmodelle zur Verfügung, darunter die Phillips ROI-Methodik, Kirkpatricks vier Ebenen der Trainingsbewertung, das Modell zur Bewertung des Lerntransfers und Brinkerhoffs Erfolgsfallmethode.5,8

Welche Aufgaben erfüllt ein Instruktionsdesigner?

Instruktionsdesigner setzen die einzelnen Schritte des Instructional Designs in die Praxis um. Ihre Arbeit beginnt bei der Ermittlung des Schulungsbedarfs und der Analyse der Zielgruppe. Nach dem Definieren der Lernziele entwickeln sie passende Lernstrategien und Storyboards. Sie strukturieren die Kursinhalte und erstellen Multimedia-Elemente wie Videos und Bilder als Leitfaden und Ergänzung. Auch das Layout, die Farben und Schriften gehören als wesentliche Elemente des Designs zu ihren Aufgabenbereichen. Der erstellte Kurs wird anschließend in einem Autorentool umgesetzt und in die Lernplattform integriert. Darüber hinaus entwickeln Instructional Designer auch Prüfungen und Lerntests, um den Lernerfolg messen zu können. Kurz gesagt: Der Instruktionsdesigner wendet Instruktionstheorien und -modelle zur Entwicklung von Lösungen an, mit deren Hilfe Kursteilnehmer neue Fähigkeiten entwickeln können. Begleitend entwirft er die unterstützenden Materialien und führt zusätzlich alle erforderlichen Bewertungen durch.2,4,8

Warum ist Instructional Design für den Lernerfolg wichtig?

Da Instructional Design bereits bei der Analyse des Schulungsbedarfs und der Erhebung der Bedürfnisse der Anwender einsetzt, werden alle Bereiche abgedeckt. Diese erstrecken sich von der frühen Planungsphase bis zur Messung der Effizienz. Sie stellen sicher, dass die Kursteilnehmer die Lerninhalte aufnehmen und dadurch neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Die Idee des Instruktionsdesigns stammt von dem Pädagogen und Psychologen Robert Mills Gagné. Sie geht davon aus, dass es für unterschiedliche Lernaufgaben jeweils geeignete Lernumgebungen gibt. Dabei spielen bei der Gestaltung von Lernmedien experimentelle Untersuchungen eine wesentliche Rolle. Diese befassen sich unter anderem mit den Auswirkungen von Positiv- und Negativbeispielen, von Animationen und Texten sowie von audiovisuellen Informationen auf Lernergebnisse.4,5

Welche Instruktionsdesigns-Modelle gibt es?

Jeder Prozess im Rahmen von Instructional Design basiert auf einem der gängigen Instructional-Design-Modelle. Als Urmodell gilt die Instructional-Transaction-Theorie, wobei das ADDIE-Modell das am weitesten verbreitete ist. Darüber hinaus kommen Merrills Unterrichtsprinzipien, Gagnés neun Anweisungen und Blooms Taxonomie zur Anwendung. Was alle Modelle trotz unterschiedlicher Details vereint, sind die fünf grundlegenden Komponenten, die anfangs erwähnt wurden. Denn beim Instructional Design dreht es sich stets um Analyse, Design, Entwicklung, Implementierung und Auswertung, mit dem Ziel, erwachsenen Lernenden neue Kenntnisse zu vermitteln.5,6,8

Welche Überlegungen sind bei der Auswahl des Instruktionsdesigns entscheidend?

Vor dem Entwerfen eines erfolgreichen E-Learning-Kurses gibt es grundlegende Kriterien, auf die der Instructional Designer seine Arbeit aufbaut. Er muss die Mission des Unternehmens kennen, damit sich diese in dem erstellten Kursdesign widerspiegelt. Ebenso unternehmensspezifisch sind Branding-Richtlinien, die die Identität mithilfe eines festgelegten Erscheinungsbildes auf den ersten Blick erkennen lassen. Ist der Instruktionsdesigner im zweiten Schritt über die Lerninitiative informiert, kommt es auf den Lernkontext an. Dieser steht in engem Zusammenhang mit den Arbeits- und Lernpraktiken und mit den Technologien einer Organisation. Daraus und aus den Theorien des Lernens ergeben sich kognitive, verhaltensbezogene und konstruktive Lernansätze, die in unterschiedlich lernzentrierten Modellen angewandt werden.

Den nächsten wichtigen Aspekt stellen die Eigenschaften der Lernenden dar. Dazu zählt beispielsweise, dass Erwachsene bevorzugt flexibel lernen und in ihrem eigenen Tempo selbständig arbeiten möchten. Diese und weitere Attribute werden in Zielgruppenanalysen erhoben und dienen als Grundlage für die Gestaltung des Formats des E-Learning-Kurses. An diesem Punkt ist es sinnvoll, ein Thema für den Kurs festzulegen, mit dem sich der Lernende identifizieren kann. Eine wesentliche Rolle für die optimale Nutzung des Kursinhaltes spielen Situationsfaktoren wie die Kosten, der Zugang und die Qualität. So müssen Lernende beispielsweise Zugang zu einer stabilen Internetverbindung haben, um das Lernmanagementsystem bestmöglich nutzen zu können.1,2

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